Die Entstehungsgeschichte2018-08-09T14:48:35+00:00

Die Entstehungsgeschichte der ACCENON®

Ab 1994 bildeten K., A. und Rainer Wölkerling, als Angestellte, das Herzstück des Teams eines Softwarehauses für Zeiterfassung aus Bad Rappenau. Dort hatte K. die Verantwortung für den Vertrieb, A. war als Freelancer mit Softwareentwicklung beschäftigt und Rainer Wölkerling war als Serviceleiter damit ausgelastet, die Kunden, sehr oft eskalativ, zufriedenzustellen.

1995

Da das Softwareunternehmen Anfang der 90er noch eine Softwarelösung auf DOS-Basis hatte, wurde damit begonnen, eine Windows-Version zu entwickeln. Aufgrund von zunehmendem Kostendruck und bis dahin geringem wirtschaftlichen Erfolg musste die neue Software rasch an den Mann gebracht werden. Obwohl nicht fertig und nicht ausgereift, wurde die Windows-Version ab 1995 offensiv und erfolgreich vermarktet. Im Echtbetrieb stellte sich allerdings kein Erfolg ein, da die Software nicht fehlerfrei funktionierte und wichtige Bestandteile noch fehlten.

Um die verkauften Systeme bei den Kunden halten zu können, mussten A. und Wölkerling fast alle Kunden aufsuchen, um Fire Pissing zu betreiben. Der Stress war unfassbar, die Lage aussichtslos und hatte man eben ein Problem beseitigt, trat an anderer Stelle ein neues auf. Auf der Rückfahrt von einem solchen Termin machten A. und Wölkerling, am 27. September 1995, gegen 17:30 Uhr Pause bei einem Restaurant einer Fastfood-Kette in Schleiz. Man saß bei sonnigem Wetter draußen, trank noch einen Softdrink und unvermittelt fragte A.: „Ich wollte schon immer selbstständig sein. Wir reißen uns hier den Hintern auf und kommen nicht voran. Sollen wir ein eigenes Unternehmen aufziehen?“ Nachdem er kurz laut überschlagen hat, welchen Ertrag man monatlich erwirtschaften müsste, meinte Wölkerling: „Das packen wir nie, nein“. So vergingen noch einige Monate des „aufopferungsvollen“ Kampfes und beide machten ihre Arbeit nach besten Kräften.

Dann kam der 7. Dezember 1995. Wölkerling hatte einen Termin bei einem Kunden im Norden der Republik, dessen Geschäftsführer etwas ungehalten war. Die Begrüßung fiel wie folgt aus: „Herr Wölkerling, heute Nachmittag funktioniert hier die Übergabe der Daten ans Lohnprogramm oder sie können den Scheiß (O-Ton) wieder einpacken und sich verdrücken!“. Eine intensive Analyse ergab, es war unmöglich das per Einstellung in der Software zu schaffen. Hier musste ein Programmentwickler einen Bug in der Software entfernen. Da A. im Urlaub und nicht erreichbar war, nahm Wölkerling sein Mobiltelefon aus der Tasche, das war damals ein Sony Ericson von beträchtlichem Ausmaß und er rief seinen Chef an. Das Problem war rasch geschildert und die Antwort kam rasch: „Warum rufen Sie nicht den A. an?“, „Der hat Urlaub!“, „Und was soll ich jetzt machen? Mein Serviceleiter verdient genug Geld, der kann auch einmal ein Problem selbst lösen!“. Und dann war die Verbindung beendet.

Wölkerling bebte kurz. Er fühlte sich falsch behandelt und im Stich gelassen. Dann ging es schnell. Er rief A. an und sagte: „Willst Du immer noch selbstständig sein? Dann entwickle mir ein Konzept innerhalb von vier Wochen und wenn es mir zusagt, dann ziehen wir es durch.“

1996

A. kündigte sofort seine freie Mitarbeit, setzte alles auf eine Karte, arbeitete Tag und Nacht unentgeltlich und präsentierte seine Idee Ende Januar 1996. Wölkerling war sofort überzeugt und gab sein Einverständnis.

Da rasch klar war, man benötigt noch einen starken Vertriebskollegen, wurde K. gefragt, ob er mitmachen möchte. Nach kurzer Bedenkzeit sagte auch er ja. Danach kündigte Wölkerling, hatte aber noch bis 30.6.1996 durchzuhalten. K. kündigte am 31.3.1996.

Das neue Unternehmen sollte zu, 1.7.1996 starten. Es gab mehr als genug zu tun. A. entwickelte, nur durch Schlaf unterbrochen, an sieben Tage in der Woche das neue Programm. Wölkerling schuftete in der alten Firma. Nach Feierabend und am Wochenende testete er die neu entwickelten Programmteile, erstellte das Benutzerhandbuch, die AGB, das Leistungsverzeichnis, den Businessplan für die Banken.

Nebenher suchte Wölkerling noch nach einem Namen für das neue Unternehmen. Da man eine Zeiterfassungssoftware entwickelte war die Idee „am:pm“ zu nehmen. Die Software hat ja schließlich mit Zeit zu tun. Als einem befreundeten Patentanwalt davon erzählt wurde, lachte der und sagte: „Nicht Euer Ernst. So heißen Baugruppen, aber keine Unternehmen. Macht es wie z.B. Waschmittelhersteller. Die schreiben dafür eine Software, geben die Namenssyntax vor und schauen was rauskommt. Dann wird der „beste“ Name ausgewählt.“.

Also schrieb A. ein Programm. Die Syntax war: Vokal-Konsonanten-Folge, der Name soll mit „a“ beginnen (so steht man vorne im Alphabet), darf nicht auf „i“ enden, soll mindestens ein „c“ enthalten, denn das ist elegant und ein „o“ soll auch rein, weil das seriös aussieht. Der Name soll aus sechs Buchstaben bestehen. Das Programm warf ca. 5 Seiten, 4-spaltig, mit 72 Zeilen aus. Diese Seiten wollten durchgesehen und der beste Name gefunden sein. Wieder und wieder wurden die Namen durchgesehen, doch so richtig mit einem Namen anfreunden konnte man sich auch nicht. Tatsächlich war es so, dass Wölkerling, auf einer Autofahrt von Nürnberg nach Heilbronn, der Name ACCENON plötzlich in den Sinn kam. Dieser Name wurde kurz telefonisch besprochen und beibehalten. OK, bis heute haben wir häufig über diesen Namen zu reden, vor allem was die Aussprache betrifft.

Das neue Programm war, was fast an ein Wunder grenzt, zum 1.7.1996 marktreif. Am 3.7. 1996 fand die erste Präsentation von K. und Wölkerling bei einem Unternehmen in Mühlheim an der Ruhr statt. Das Unternehmen hatte damals 1.200 Mitarbeiter und der Echtbetrieb startete dort zum 1.9.1996.

Da das vorherige Unternehmen, was sich bereits angekündigt hatte, im Juli 1996 Insolvenz anmelden musste, fanden bereits bis Ende des Jahres 40 von Wölkerlings ehemaligen Kunden den Weg zur ACCENON®.