Scrum als Methode im agilen Projektmanagement – Vorgehen, Vorteile und Erfahrungen

Scrum als Methode des agilen Projektmanagements

Scrum als Methode im agilen Projektmanagement – Vorgehen, Vorteile und Erfahrungen

Seit nun mehr knapp zwei Jahren entwickelt die Softwareabteilung der ACCENON agil nach Scrum. Unser Product Owner Sandra Martines nimmt Sie mit in unseren Scrum-Alltag, erklärt, was es mit Scrum auf sich hat, wie wir es einsetzen und zieht ein Resümee: Unser Vorgehen, unsere Vorteile und unsere Erfahrungen mit Scrum lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

Gepostet: 21. Februar 2019

Autor: Sandra Martines

Kategorie:  IT & Software

Lesezeit: 4 Minuten

Über 20 Jahre ist es bereits her, dass ich zum ersten Mal in einem mittelständischen Unternehmen die Projektabläufe hautnah „miterleben“ durfte. Ja, ein echtes Erlebnis, auch beispielsweise im Bereich der Anwendungsentwicklung. Die Kunden riefen direkt in der Entwicklung an. Neben der Neuentwicklung von Programmen, Anpassungen und Fehlerbehebungen kümmerte man sich auch um den Support und war Ansprechpartner für andere Abteilungen. Der Entwickler als Allrounder musste oft selbst wichtige Entscheidungen treffen und häufig wurden kurzfristig Aufgaben dazwischengeschoben. Die Lösung? Agiles Projektmanagement!

Wir befinden uns in einer immer schnelllebigeren Zeit, in der die Aufgaben komplexer und die Bearbeitungszeit kürzer wird – Druck und Verantwortung auf einzelne Personen steigen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und das Wohl der Arbeitnehmer und somit auch das Wohl der Firma nicht aus den Augen zu verlieren, sind stetige Anpassungen der Arbeits- und Projektabläufe notwendig. Agiles Projektmanagement, das sich durch Flexibilität und Einfachheit auszeichnet, ist eine der heutigen Antworten auf die Entwicklungen der vergangenen Zeit.

„Wenn du etwas so machst, wie du es seit zehn Jahren gemacht hast,

dann sind die Chancen groß, dass du es falsch machst.“

Charles Kettering, US-amerikanischer Wissenschaftler

Was ist agiles Projektmanagement?

Agiles Projektmanagement bedeutet ständige Bewegung – zielgerichtete, vorausschauende, effektive, schnelle Anpassungsfähigkeit, sowie große Eigenverantwortlichkeit. Splittung, Vereinfachung und Verkleinerung komplexer Aufgabenstellungen führen beim gründlichen Aufbereiten der Themen schon zu Lösungsansätzen. Entscheidungen werden vom Team gemeinsam getragen und liegen nicht mehr auf den Schultern einzelner Personen.

Und wie soll das funktionieren? Versinkt nicht alles im Chaos? Nein! Es gibt agile Methoden – wie Scrum, Unified Process, Kanban – mit deren Hilfe strukturiert am Erfolg des Projekts gearbeitet werden kann. In der ACCENON wird die Scrum-Methode verwendet, deren 5 Säulen aus Offenheit, Respekt, Fokus, Mut und Einsatzbereitschaft bestehen.

So funktioniert es: Scrum kurz erklärt

  1. Der Product Owner sorgt dafür, dass sich alle Aufgaben – wie Anpassungswünsche, neue Funktionalitäten oder auch Fehler – in einem Bereich, der sich Backlog nennt, sortiert nach Priorität, befinden und alle notwendigen Informationen vorhanden sind. Dieses Backlog wird stetig erweitert und gegebenenfalls umsortiert, wenn sich an der Dringlichkeit etwas ändert.
  2. Ein Sprint ist der Zeitraum, in dem die geplanten Aufgaben vollständig entwickelt, getestet und abgeschlossen sind. Das daraus resultierende Update bezeichnet man in der Softwareentwicklung als Inkrement.
  3. Ein Sprint dauert bei uns 4 Wochen – das kann aber jedes Unternehmen selbst festlegen – und startet jeweils mit einem halbtägigen Sprint-Planning-Meeting. Der Scrum-Master beruft das Meeting ein und moderiert es, sorgt für die Einhaltung der Regeln, vermittelt und schützt den Sprint vor Eingriffen.
  4. Im Sprint-Planning-Meeting, bei dem neben dem Scrum-Master auch der Product-Owner, sowie in unserem Fall das Entwicklungsteam zusammenarbeiten, werden die Aufgaben im Backlog durchgesprochen und diskutiert. Dabei wird besprochen, welche Erweiterungen sinnvoll wären sowie was im kommenden Sprint zu beachten ist. Manche Aufgaben werden in diesem Zuge weiter aufgeteilt oder auch miteinander verknüpft.
  5. Ist alles durchgesprochen, entscheidet das Scrum-Team über den jeweiligen Aufwand. Aufgaben, die den Sprint betreffen wandern vom Backlog in den Bereich Sprint-Backlog. Dieser Pool wird während des Sprints durch die Entwicklung abgearbeitet und sollte nach 2 -3 Wochen leer sein.
  6. Während des Sprints finden regelmäßige Absprachen und Abstimmungen zu den Aufgaben statt.
  7. Jede erledigte Aufgabe durchläuft nach der Umsetzung einen Erst- sowie Zweittest. In der 4. Sprintwoche werden dann alle Änderungen in eine Programmversion zusammengefasst und in den Großtest gegeben, der viele standardisierte und automatisierte Tests beinhaltet.
  8. Nach erfolgreichem Ablauf der Großtests und der Abstimmung zwischen Product Owner, Scrum-Master und Entwicklung findet die Auslieferung des Inkrements an die Kunden statt.
  9. Danach erfolgt das Sprint-Review, bei dem die Umsetzung der Aufgaben besprochen und daraus resultierende neue Aufgaben für das Backlog erstellt werden.
  10. Zum Abschluss im Retrospektive-Meeting lassen alle den Sprint Revue passieren. Das Überdenken der bisherigen Arbeitsweise und deren Verbesserungsmöglichkeiten stehen hier im Vordergrund.

Die Vorteile von Scrum als agile Methode liegen klar auf der Hand

Kunden werden nicht mit Updates bombardiert. Nach jedem Sprint gibt es ein Update. Kunden können sich darauf einstellen und die Testdurchläufe sorgen für weniger Rückläufer als früher. Das kann nur funktionieren, wenn es möglichst kein Eingreifen durch weitere Aufgaben in laufende Sprints gibt, vor allem, wenn sich dieser bereits in der Testphase befindet. Aus diesem Grund wird es hier bei Accenon in Zukunft keine zusätzlichen Programmanpassungen während der 4. Sprintwoche geben. Das ist die Zeit, in der sich unsere Entwicklung, um die Zukunft der ACCENON kümmert. 😉

Der Druck auf einzelne Personen verringert sich, denn Entscheidungen werden im Team getragen. Die klaren Strukturen und das Vereinfachen komplexer Aufgabenanforderungen, sowie der Aufgabenanzahl, die jedem Bearbeiter direkt zugewiesen sind, geben den Mitarbeitern Raum zum Durchatmen. Dadurch kann ein konzentriertes, effektives Arbeiten erfolgen, welches zum freien Denken und zur Entfaltung neuer Ideen führt.

Durch die Meetings werden die Vorgänge transparent und Kommunikation gefördert. Die einsamen Programmierer im dunklen, kalten Keller gehören der Vergangenheit an. Jeder Sprintteilnehmer bekommt mit, welche Dinge gerade bearbeitet werden, wo es vielleicht Probleme gibt und kann selbst Ideen aber auch Kritik einbringen. Das Know How unterschiedlicher Bereiche eines jeden fließt in das Team ein und erweitert so den Horizont. Eigenverantwortung ist gefragt, wenn es darum geht, die Aufgaben umzusetzen und sich engagiert um das Abarbeiten des Pools zu kümmern. Das Arbeiten als Team, sich selbst einbringen können, steigert die Motivation und die Firmenbindung, was sich letzten Endes auch auf das Privatleben auswirkt.

Programmieren Sie bereits agil? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen in den Kommentaren.

Bildquelle:  İrfan Simsar

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