Generationen auf dem Arbeitsmarkt – Ein Kommentar: Was Babyboomer, Generation X oder Generation Y mitbringen und brauchen

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Generationen auf dem Arbeitsmarkt – Ein Kommentar: Was Babyboomer, Generation X oder Generation Y mitbringen und brauchen

Jede Generation hat ihre ganz speziellen Bedürfnisse, Eigenschaften und auch Eigenheiten – denken Sie nur einmal an die Menschen in Ihrem Umfeld. Ein bunter Mix aus den Generationen macht auch unsere Arbeitswelt aus. Doch was charakterisiert Babyboomer, Generation X oder Y auf dem Arbeitsmarkt, was sind Ihre Stärken und welche Bedürfnisse haben Sie?

Gepostet: 30. Januar 2019

Autor: Christian Schad

Kategorie:  Human Resources

Lesezeit: 4 Minuten

Haben Sie die letzten Jahre mal reflektiert und sich gefragt, was sich in der Organisation Ihres Teams, Ihrem Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten und Ihren Aufgaben verändert hat? Nein?  Kennen Sie noch die Kollegen mit dem Aschenbecher auf dem Schreibtisch oder die Kollegen mit dem Schreibtisch, von dem man vor Ordnung fast schon geblendet ist, da kein Papier oder auch nur irgendetwas anderes darauf Platz findet?

Zugegeben, heute wird jedes Phänomen wissenschaftlich ausgearbeitet, genauso auch die Generationen auf dem Arbeitsmarkt. Aber das ist auch besonders spannend. So ist dieser Blogbeitrag entstanden.

Zunächst einmal schauen wir uns an, welche Generationen definiert sind. Aber Halt: Schubladendenken Fehlanzeige! Eine strenge Klassifizierung ist genauso wenig möglich wie die Tatsache, dass sich neue Generationen generell von bestehenden Generationen abgrenzen. Wenn Sie aber einen Blick auf die angegebene Lesezeit werfen, verstehen Sie warum wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.

Die fünf Generationen: Von den Traditionalisten zur Generation Z

Seit 1922 werden die Generationen in fünf Generationen und Jahrgänge unterteilt:

  1. Traditionalisten – 1922-1955
  1. Babyboomer- 1955-1969
  1. Generation X – 1965-1980
  1. Generation Y (der Autor dieses Beitrags :)) – 1980-2000
  1. Generation Z – 1995-2010

Jede Generation wird durch wesentliche historische Vorkommnisse und Merkmale wie das Miterleben der Weltkriege (Traditionalisten) oder das Wirtschaftswunder mit den geburtenreichsten Jahrgängen, den Babyboomern, in Verbindung gebracht. Leider wecken die Merkmale nicht nur positive Erinnerung, denn Generation X wurde mit der Wirtschaftskrise und der erhöhten Scheidungsrate konfrontiert. Ob das etwas mit den Babyboomern zu tun hat? Und dann noch das gute Geld. Stopp, jetzt wird es kompliziert. Zurück zum Wesentlichen.

Meine Generation Y hat das erste Mal das Modem singen hören und Ebay kennengelernt und darf sich sogar noch mit einem hohen Bildungsstand rühmen. Puh, Glück gehabt. Schauen wir uns noch die Youngsters als Generation Z an. Das Synonym gefällt mir besonders gut, denn sie werden auch Generation Youtube genannt. Youtube wird übrigens über alle Generationen hinweg sehr unterschiedlich ausgesprochen, achten Sie mal darauf, äußerst amüsant. Generation Z trifft gerne mal auf Unverständnis von anderen Generationen, da diese einfach nicht die Meinung teilen, dass 10 Stunden Onlinesein am Tag doch normal sind.

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Generationen: Und was hat das jetzt mit der Arbeitswelt zu tun?

In der nachfolgenden Betrachtung werden die Traditionalisten und Generation Z ausgeschlossen, da sie in diesem Kontext nicht ausreichend untersucht wurden.

Die Generationen wurden soweit möglich auf ihre Werte und ihr Verhalten im Arbeitsleben analysiert. Babyboomer zeichnen sich durch einen strukturierten Arbeitsstil aus, Generation X arbeitet ergebnisorientiert und bei der Generation Y weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Die Selbsteinschätzung könnte wie folgt aussehen: Auf jeden Fall soll die Arbeit Spaß machen, dann bin ich auch lernwillig, aber natürlich will ich nicht nur arbeiten, sondern auch noch ein Privatleben. Aber dafür muss ich auch nicht unbedingt Chef sein, das ist mir nicht so wichtig. Mir sind meine Familie und die generelle Vernetzung wichtig. Und wenn die Tätigkeit keinen Sinn ergibt, dann bin ich fehl am Platz.

Man könnte unterstellen, dass die Generationen komplizierter werden, aber ich denke, es geht eher darum mehr auf die eigenen Bedürfnisse zu beharren und das auch nach außen zu tragen. In der heutigen Zeit funktioniert das dank Social Media ja ohne Hürde. Sie sehen, es können Generationenkonflikte entstehen, denen vor allem aus Sicht der juristischen Personen, bei der wir in den meisten Fällen angestellt sind, offen entgegengetreten werden sollte. Dann können sich Unternehmen auch im War for Talents behaupten.

Generationenunterschiede: Ein einfaches Praxisbeispiel aus meiner Laufbahn

Ich habe vor über 10 Jahren eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Die Ausbildung war sehr gut strukturiert und aufgrund der Größe der Bank durfte ich in sehr viele Abteilungen mitwirken und in mehreren Filialen arbeiten. So habe ich früh gelernt mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten umzugehen. Und natürlich sind mir, das mag vor allem dem damaligen Alter von 18 Jahren geschuldet sein, deutliche Unterschiede aufgefallen. In Filiale 1 habe ich gedacht, ich bin in das Mittelalter zurückgebeamt, weil meine Kollegin die Kasse 10-fach kontrolliert hat und der verflixten Zählmaschine einfach nicht vertrauen wollte. In Filiale 2 habe ich modernste Praktiken, Einstellungen und Technik erlebt. Der eine Filialleiter wollte den Fall auf Papier durchsprechen, der andere wollte das auf kurzem Wege während des Flurtalks besprechen. Drei Mal dürfen Sie raten, welche Generationen hier jeweils vertreten waren.

Für mich war es sehr spannend, die unterschiedlichen Arbeitsstile und Vorgehensweisen kennenzulernen, aber natürlich auch eine große Herausforderung, die richtigen Methoden für mich herauszufinden.

Die Generationen und der Fachkräftemangel

Die traditionelle Bewerbung hat in vielen Fällen ausgedient, Einstellung und Werte werden über fachliche Qualifikation und Leistungen gestellt. Im Ingenieurswesen und der IT werden händeringend Mitarbeiter gesucht, aber ein Handwerker für sein Problem zuhause findet derzeit auch niemand. Mag das nun an den hohen Absolventenzahlen liegen und daran, dass viele nach einem akademischen Titel streben oder wird die klassische Handwerkerausbildung zu wenig beworben und die Zukunftsperspektiven erscheinen – oberflächlich betrachtet – zu gering. Denn das Buhlen nach einem Job ist schon längst nicht mehr eindimensional. Die Generation Z äußert gelegentlich den Anspruch, dass ein Arbeitgeber innerhalb von 24 Stunden reagieren sollte, wenn er Interesse hat.

Es mögen viele Faktoren zusammenkommen, doch klar ist, dass der Arbeitsmarkt immer weniger transparent wird und sich immer schneller und häufiger verändert. Das bringt viele Chancen mit sich, es gilt aber auch daraus entstehende Herausforderungen zu meistern, auf die es sich privat wie beruflich einzustellen gilt. Und die Politik hat auch viele Ideen dazu. Aber viel wichtiger ist es, sich in der richtigen Politik damit zu beschäftigen, der Personalpolitik.

Schön zu sehen ist, dass sich viele Unternehmen und Projekte mit den Herausforderungen beschäftigen und so neue Ansätze in das Bewusstsein von Entscheidern und die Gesellschaft bringen. So gibt es Maßnahmen wie den 5-Stunden-Arbeitstag, neue Verantwortungskonzepte, an denen Mitarbeitern an der Eigentumsstruktur des Unternehmens beteiligt werden oder neue Ausbildungsvorbereitungen wie die Abschaffung des Frontalunterrichts zur Wissensvermittlung. Diese und weitere Konzepte können Sie hier nachlesen! 

Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn Sie uns Ihre Meinung mitteilen.

Bildquellen: rawpixel.com, rawpixel, rawpixel

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