Weiterbildung im Alter – Lohnt sich die Veränderung?

Weiterbildung im Alter

Weiterbildung im Alter – Lohnt sich die Veränderung?

Zu Beginn des Arbeitslebens eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren und dann bis zum Rentenalter im gleichen Beruf, eventuell sogar demselben Unternehmen arbeiten? Das ist ein klassischer, vielleicht aber schon überholter Ablauf eines Arbeiterlebens. Sie kennen wahrscheinlich auch die ein oder andere Person aus Ihrem privaten 5oder aus dem geschäftlichen Umfeld, die einen solchen Lebensweg gegangen ist.

Ist es aber nicht interessanter, sich stetig weiterzuentwickeln und auch neue Möglichkeiten und Chancen zu nutzen? Vielleicht auch, oder gerade deshalb, weil sich diese neuen Chancen nur branchenübergreifend ergeben? Ob sich der Schritt einer Weiterbildung im Alter aber tatsächlich lohnt und wohin der Trend gerade geht, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Gepostet: 19. Dezember 2019

Autor: Jan Wiering

Kategorie:  Human Resources

Lesezeit: 3 Minuten

Weiterbildung im Alter lohnt sich!

„Das lohnt sich für mich nicht mehr“ Diesen Satz hat wohl jeder schon gehört, sowohl privat als auch auf geschäftlicher Ebene. Allerdings ist Wissensdurst keine Frage des Alters.

Die große Mehrheit der Arbeitnehmer hat ihre Hauptausbildung im Alter zwischen 25 und 35 Jahren abgeschlossen und dann auch schon die ersten Jahre Praxiserfahrung gesammelt. Die letzte fachliche Expertise eignet sich der ein oder andere noch über ein Fernstudium an.

Doch was kommt nach Ausbildung und Studium?

Für die Allermeisten rückt nach der beruflichen Ausbildung die Gründung einer eigenen Familie in den Mittelpunkt und die ersten größeren Anschaffungen werden getätigt. Die Zeit wird nun zum rarsten Gut. Zusätzliche Termine sind schwer in den Alltag zu integrieren. Seminare und Weiterbildungen müssen daher flexibel, bestenfalls örtlich und zeitlich unabhängig gestaltet sein. Ohne eine Portion Eigeninitiative und Disziplin kommt man hier nicht aus.

Was also ist das richtige Alter für eine Weiterbildung?

Den gewohnten und auch „sicheren Hafen“ zu verlassen, ist nach mehreren Jahren im Beruf, oft die größte Hürde und für den ein oder anderen auch eine Unüberwindbare. Was aber, wenn die Weiterbildung auch als Sprungbrett genutzt werden und man so den nächsten Schritt in der Karriereleiter erklimmen kann? Was, wenn man gewohnte und eingefahrene Prozesse durch neue und spannende Tätigkeiten ersetzten kann?

Das sagt die Statistik zu Weiterbildungen im Alter (Bundesamt für Bildung und Forschung 2016)

In der Altersgruppe 45-55 Jahre führen die meisten Arbeitnehmer eine Weiterbildung durch.

Die prozentuale Weiterbildungsbeteiligung liegt bei Männern im Bereich von 51 %, Frauen liegen hier noch ein paar Punkte drüber, hier absolvieren 54 % eine Weiterbildung.

Welche Gründe kann das haben?

In diesem Alter verändert sich häufig der Fokus der Menschen – die Kinder sind aus dem Haus und gehen ihre eigenen Wege, finanziell ist man abgesichert, die Karriere steht womöglich vor dem Höhepunkt und man hat die Zeit, sich nochmal sich selbst und den eigenen Qualifikationen und der persönlichen Weiterentwicklung zu widmen.

Mit Verlagerung der eigenen Schwerpunkte und aktiven Förderung der eigenen Leistungsmotivation, kann man jetzt auch den Schritt ins Management wagen, sollte man diesen noch nicht gegangen sein. Das vorhandene Wissen unterstützt positiv das eigene Profil und sorgt für ein sicheres Auftreten in den verschiedensten Situationen.

Es muss nicht immer die Managerposition sein

Eine Weiterbildung lohnt sich aber auch dann, wenn man damit nicht zwingend das Ziel verfolgt, in eine Führungsposition zu gelangen. Ein Motivator kann auch sein, gewohnte Bahnen zu verlassen, sich neuen Herausforderungen zu stellen oder einfach den bekannten „Tapetenwechsel“ herbeizuführen. Oft resultieren daraus auch neue Motivation und Spaß bei der Arbeit.

Weiterbildung im Alter

Weiterbildung im Alter – Ein Fazit

Grundsätzlich lässt sich festhalten, ältere Arbeitnehmer nehmen inzwischen zunehmend Weiterbildungsangebote in Anspruch. Aus dieser Entwicklung lässt sich schlussfolgern, dass Arbeitnehmer verstärkt über Weiterbildung und auch berufliche Weiterentwicklung im gehobenen Alter nachdenken. Das geht auch aus einer immer älter werdenden Gesellschaft und einer sich daraus entwickelnden längeren Erwerbstätigkeit hervor.

Gerade weibliche Arbeitnehmerinnen im Alter zwischen 45 – 55 führen die Statistik der prozentualen Weiterbildungen an. Das liegt wohl auch daran, dass Frauen nach der Erstausbildung meist für mehrere Jahre die Versorgung der eigenen Kinder übernehmen und dementsprechend erst spät erneut in die volle Erwerbstätigkeit einsteigen. Darüber hinaus steht für die meisten Arbeitnehmer mittlerweile eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit hoch im Kurs. Das Modell aus vergangenen Zeiten, sich ein Leben lang an den Ausbildungsberuf und dasselbe Unternehmen zu binden, scheint bei beiden Geschlechtern überholt.

Wichtigster Indikator für eine Weiterbildung im gehobenen Alter ist und bleibt allerdings die eigene Motivation und Leistungsbereitschaft.

Wie stehen Sie zur Weiterbildung im Alter? Wahre Chance oder unnötiger Zeitvertreib? Wir freuen uns auf den Austausch in den Kommentaren.

Bildquellen: Green Chameleon, Helloquence

Das könnte Sie auch interessieren

Sie wollen keinen Blogbeitrag mehr verpassen?

Zur Newsletteranmeldung
Titel Whitepaper HR Trends

HR-Trends: Was bewegt das Personalmanagement 2019?

Wir haben auf 32 Seiten die HR-Trends 2019 für Sie zusammengestellt – angefangen bei der digitalen Transformation, über neue Arbeitsmodelle bis hin zu Gamifying HR-Management. Aktuelle Buzzwords und Entwicklungen werden in unserem Whitepaper verständlich erklärt und Tipps für die Umsetzung erleichtern die Einführung in Ihrem Unternehmen!

Zum Whitepaper
2020-02-05T08:33:58+01:00

Möchten Sie uns dazu etwas sagen?