Smart Home – Schritt für Schritt zum vernetzten Zuhause. Ein Erfahrungsbericht

Smart Home - Schritt für Schritt (1)

Smart Home – Schritt für Schritt zum vernetzten Zuhause. Ein Erfahrungsbericht

Internet of Things – das Internet der Dinge – ist in aller Munde. Dahinter verstecken sich vernetzte Geräte wie Smart Watches und Fitnesstracker, smarte Autos, die smarte Produktion oder auch das Smart Home, das vernetzte Zuhause. Um Letzteres soll es in dem folgenden Beitrag gehen. Unser Entwickler Alexander hat sich in den letzten Monaten seine Wohnung komplett vernetzt, kann diverse Geräte nun auch aus der Ferne steuern und kontrollieren. Einen kleinen Einblick in die Zukunft des Wohnens und wie man bei dem Aufbau eines Smart Homes am besten vorgeht, gibt sein Erfahrungsbericht.

Gepostet: 5. April 2019

Autor: Alexander Herold

Kategorie:  IT & Software

Lesezeit: 5 Minuten

Der Markt füllt sich vermehrt mit Smart Home Produkten von verschiedensten Herstellern, manche davon bringen eigene Steuerungssoftware mit. Als Entwickler habe ich schon lange danach Ausschau gehalten. Doch erst als der Einzug in das Eigenheim greifbar war, wurde daraus eine tiefgreifende Recherche. Vor meinem Einzug habe ich viel Zeit damit verbracht Produkte und Hersteller zu suchen, die mir das Smart Home ermöglichen, welches ich mir vorstelle. Sehr schnell bin ich auf ein großes Problem gestoßen – die passende Lösung, die allen Anforderungen gerecht wird, war gar nicht so leicht zu finden.

Das Smart-Home-System: Die Qual der Wahl

Es gibt nur wenige Hersteller, die sowohl Heizkörperthermostate, Lampen, Kameras, Bewegungsmelder als auch Tür- und Fenstersensoren anbieten und dann noch die Integration anderer Geräte erlauben. Schnell war daher für mich klar, dass es schwierig wird, alles aus einer Hand zu beziehen. Eine andere Lösung musste also her, die folgende Kriterien erfüllt:

  • Volle Kontrolle der erhobenen Daten
  • Lokale Speicherung, keine Daten wandern in die Cloud oder verlassen auf andere Weise das lokale Netzwerk
  • Integration von möglichst vielen Geräten und Herstellern
  • Einfach und flexibel zu konfigurieren

Ich würde fündig: https://www.home-assistant.io/

Kostenfrei, open source und alles bleibt im eigenen Netzwerk.

Smart-Home-System gefunden – Der Anfang ist getan

Neben der Smart Home Hardware musste nun ebenfalls ein sparsamer kleiner Computer her. Dessen Rechenleistung ausreichend für mehrere Sicherheitskameras sein muss. Die Entscheidung fiel auf ein Intel NUC, ein kompakter Rechner, in etwa so groß wie zwei aneinander gehobene Handflächen, mit genug Rechenleistung für aktuelle und künftige Vorhaben.

Licht im Smart Home – Man verwendet doch keine Schalter mehr

Die Lampen sind im Smart-Home-System integriert und passen Farbtemperatur und Helligkeit gemäß der Tageszeit an. Morgens und am späten Abend warmes und dazwischen kaltes Licht, selbstverständlich mit fließenden Übergängen. Gegen Abend wird dann die Helligkeit schrittweise reduziert, um den biologischen Rhythmus nicht durcheinander zu bringen und somit das Einschlafen zu erleichtern.

Sobald der Bewegungsmelder im Raum Bewegung meldet und die Helligkeit im Raum nicht ausreichend ist – das kann bei schlechtem Wetter oder am Abend der Fall sein – wird das Licht angeschaltet. Das Licht wird wieder ausgeschaltet, sobald der Raum verlassen wird oder die Helligkeit auch ohne künstliches Licht ausreichend ist. Damit man nicht plötzlich im Dunkeln sitzt, wenn man stillsitzt oder -steht, merkt sich das System den Raum mit der letzten Bewegung und lässt das Licht dort an. Ein notwendiges Feature, das direkt im Anschluss an den Duschgang implementiert wurde, während dem das Licht ausging.

Im Schlafmodus leuchten alle Lampen nur mit einem Prozent der Helligkeit und das Schlafzimmerlicht wird nicht durch Bewegung ausgelöst. Außerdem dimmt die Wiedergabe am Fernseher automatisch das Licht. Wird die Wiedergabe pausiert oder beendet, passt sich die Helligkeit wieder entsprechend selbst an – wie im Kino.

Smart Home - Schritt für Schritt (3)

Heizkörperthermostate im Smart Home

Die Thermostate sind so automatisiert, dass diese in den Eco-Betrieb wechseln, sobald niemand daheim ist und automatisch wieder auf „Wohlfühltemperatur“ springen, wenn man nach Hause kommt. Wird ein Fenster geöffnet, deaktiviert sich das betroffene Thermostat, bis das Fenster wieder geschlossen ist. Anhand von Außen- und Innentemperatur sowie der Jahreszeit werden die Thermostate sogar vollständig abgeschaltet.

Sobald das System erkennt, dass geduscht wird, was sich durch einen deutlichen Anstieg der Luftfeuchtigkeit im Bad bemerkbar macht, wird das Bad so hoch geheizt, dass der Temperaturschock nach dem Ausstieg aus der Dusche geringgehalten wird.

Sicherheit im Smart Home

Es sind zwei Sicherheitskameras auf die Eingangstür und die Terassentür gerichtet. Diese zeichnen automatisch jede Bewegung auf, sofern die Alarmanlage scharf geschaltet ist. Diese wird nur dann scharf geschaltet, wenn niemand Zuhause ist und automatisch wieder entschärft, sobald jemand daheim ist.

Wird die Alarmanlage ausgelöst, erhalte ich eine Nachricht inklusive drei Optionen auf mein Handy. Eine Option fordert die Bilder an, die zum Zeitpunkt aufgenommen wurden, als der Alarm ausgelöst wurde. Alternativ kann ich die Anlage über das Handy entschärfen und scharf schalten.

Steckdosen im Smart Home

Die Smartsteckdosen sitzen vor den Großverbrauchern, wie Kühlschrank, Waschtrockner, Entertainmentsystem und Computer. Sie übermitteln den aktuellen Stromverbrauch und können über das System aus- oder eingeschaltet werden. Sobald das System erkennt, dass eine Steckdose nicht benötigt wird, wird diese automatisch ausgeschaltet.

Statistiken aus dem Smart Home – Ah bunte Punkte und Linien

Als Fan von Statistiken hat es mich natürlich besonders gefreut, dass sämtliche Sensordaten ausgewertet werden können.

Smart Home - Statistik Luftfeuchtigkeit

Zu sehen ist hier der Verlauf der Luftfeuchtigkeit in den Räumen und außen. Die Werte sinken gerade stark, weil ich, während ich hier schreibe, gerade Lüfte. Das System sagt mir über eine Pushnachricht, wenn die Luftfeuchtigkeit außen niedriger ist.

Smart Home - Statistik Helligkeit

Dieses Diagramm zeigt die Helligkeitswerte der letzten 24 Stunden. Wohn- und Essbereich liegen auf der Westseite, deswegen ist die Helligkeit gegen 16 Uhr am höchsten (links in der Abbildung). Das Schlafzimmer liegt auf der Ostseite, daher ist es morgens heller (rechts in der Abbildung).

Smart Home: Hat sich das nun gelohnt?

Durchaus, ich habe nun ein neues Hobby, dessen harte Arbeit sich jede Sekunde auszahlt, die ich daheim oder anderswo verbringe. Wer würde es nicht genießen, wenn Licht und andere Geräte genau das machen, was man möchte, ohne, dass man aktiv darauf Einfluss nimmt. Besonders da ich von überall mit dem Handy beobachten kann, was meine Katzen so treiben.

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Zukunftspläne – So geht es mit meinem Smart Home weiter

Natürlich gebe ich mich mit dem bisherigen Funktionsumfang nicht zufrieden. Nach und nach werden weitere Komponenten und Automationen hinzukommen. Auf der Liste sind unter anderem automatische Rollläden und Fensteröffner. Auf diese wurde zunächst verzichtet, da diese preislich aktuell zu hoch angesiedelt sind und Kosten und Nutzen für mich persönlich nicht im Verhältnis stehen. Da das System jedoch so offen gestaltet ist, dass jederzeit weitere Geräte integriert werden können, ist das aktuell gar kein Problem. In Zukunft kann ich bei Bedarf den Funktionsumfang weiter verfeinern und ausbauen.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Smart-Home-Lösungen gemacht? Wurden Sie überzeugt oder sind noch eher kritisch? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

Bildquellen: Bence Boros, Gerd AltmannGerd Altmann, Gerd Altmann

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3 Comments

  1. Descend 15. April 2019 at 13:44 - Reply

    Interessanter Beitrag. Quellangaben zu den Komponenten wie Licht?

    • ACCENON 15. April 2019 at 13:51 - Reply

      Danke das freut uns sehr!

      Da der Beitrag ein Erfahrungsbericht ist, gibt es für die Informationen keine Quellenangaben. Die gemachten Angaben beschreiben lediglich das Vorgehen und die Erkenntnisse unseres Entwicklers Alexander. Oder meinten Sie die verwendeten Produkt-Komponenten?

      Viele Grüße von
      Sarah aus dem ACCENON Team

  2. Jan 6. Juli 2019 at 17:06 - Reply

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Es ist wirklich wichtig sich für das richtige System zu entscheiden. Jedes System hat Vor- und Nachteile.
    Da sollte man erstmal in Ruhe vergleichen.
    Mit besten Grüßen,
    Jan von https://www.knx-training.at

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