Qualitätssprint & Codefreezing: Der Weg zur fehlerfreien Software

Qualitätssprint & Codefreezing - Der Weg zur fehlerfreien Software

Qualitätssprint & Codefreezing: Der Weg zur fehlerfreien Software

Als Softwarehaus steht und fällt unser Erfolg mit der Qualität unserer Software. Klar, dass wir stetig daran arbeiten, hier noch besser zu werden. Zwei Tools sollen uns künftig in Sachen Qualitätssicherung noch mehr Raum geben: ein Qualitätssprint und das Codefreezing. Was es damit auf sich hat, wie wir das bei ACCENON umsetzen und warum, erklärt Ihnen unser Product Owner Sandra Martines.

Gepostet: 3. Juli 2019

Autor: Sandra Martines

Kategorie:  IT & Software + Intern

Lesezeit: 3 Minuten

„I have a dream“ – Mein Traum? Eine fehlerfreie Software.

-Martin Luther King-

Das naive Denken: „Wenn alles gründlich getestet und die gemeldeten Fehler behoben sind, dann muss das Programm doch fehlerfrei sein.“ Das ist doch logisch, oder etwa nicht? Nun, es kommt natürlich auch auf die Komplexität und Individualität der Software an. Sollen zwei natürliche Zahlen addiert werden, dann gibt es natürlich nur ein einziges, richtiges Ergebnis. Die Anforderung an die Software ist so simpel, dass sie fehlerfrei erstellt werden kann und auch muss. Aber wie viele Anforderungen und Programme gibt es, die so einfach gestrickt sind?

Anderes Beispiel: Die Mitarbeiter der Firma Mustermann haben eine Sollarbeitszeit von täglich 8 Stunden. Die Mitarbeiter der Firma XYZ haben teilweise eine Sollzeit von 7,5 Stunden, andere Mitarbeiter arbeiten in Teilzeit mit einem Stundensatz am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 5,5 Stunden. Teilweise wird in rotierenden Schichten gearbeitet usw. Es soll eine Übersicht erstellt werden, die zeigt, ob die Mitarbeiter Überstunden gemacht haben. Während die Aufgabenstellung für beide Mandanten gleich ist, müssen zur Erreichung des Zieles für Mandant XYZ natürlich einige Dinge mehr berücksichtigt und geprüft werden als für Mandant Mustermann. Die Komplexität nimmt zu, vor allem auch, wenn man bedenkt, dass beide Firmen, sowie einige andere Firmen mehr, mit all ihren speziellen Ansprüchen in einer Software vereint funktionieren sollen. Außerdem möchte man jedem Mandanten die Möglichkeit geben, zwischen den verschiedenen Anforderungen switchen zu können oder eine Kombination einiger verschiedener Ansprüche zu nutzen. Je mehr unterschiedliche Anforderungen an die Software gestellt werden, desto mehr muss beachtet und geprüft werden. Die Fehleranfälligkeit steigt.

Im Hause ACCENON sind die Anforderungen an uns selbst und die Software auf einem sehr hohen Level. Unser oberstes Ziel ist es natürlich, eine fehlerfreie Software zu erstellen und unseren Kunden und Interessenten zu präsentieren. Mit einem Blick auf unsere über 1000 Installationen und die vielen Interessenten können wir mit Stolz sagen, dass wir große Bereiche der Kundenanforderungen abgedeckt haben und uns stetig weiterentwickeln. Unsere Software ist nicht von der Stange. Da steigt aber auch die Komplexität und manchmal muss man dann Kompromisse eingehen.

Das heißt für uns, dass auch unser Qualitätsmanagement stetig an die Anforderungen angepasst werden muss. Vor allem durch die Einführung des Testautomatisierungstools Ranorex befinden wir uns auf einem innovativen Weg, noch produktiver, schneller und für die Zukunft „fehlerfreier“ zu werden. Über das Tool werden leistungsstarke, automatisierte Tests für Desktop-, Web- und mobile Apps angelegt, die nach jedem Entwicklungszyklus zusätzlich zu unseren Erst- und Zweittests im Rahmen den Großtests automatisch durchlaufen werden. So werden jetzt auch komplette Maskeneingaben, ohne dass ein Mitarbeiter seine Arbeitszeit dafür bereitstellen muss, getestet. Natürlich kostet das Erstellen dieser Tests auch Zeit, aber langfristig gesehen erfolgt dadurch eine stetige Zeitersparnis und zusätzliche Sicherheit für unsere Testphase, unsere Systeme und nicht zuletzt unsere Kunden.

Über diesen Umweg erfolgte der Entschluss, dass es zukünftig auch Qualitätssprints und Codefreezing geben wird. Was aber bedeutet das für unsere Kunden und die ACCENON?

Was verstehen wir bei ACCENON unter einem Qualitätssprint?

  1. Keine Umsetzung von Kundenprojekten im Bereich Zeiterfassung und WebPortal während des Qualitätssprints.
  2. Vorschläge und Umsetzung durch Entwicklung: Programmanpassungen und auch Projektvorschläge, die einen Mehrwert für die Anwender bedeuten, werden im Scrumteam besprochen und zur Umsetzung eingeplant. Das soll unseren Programmierern die Möglichkeit geben, ihrer Kreativität auch einmal freien Lauf zu lassen und Freiräume schaffen. Warum? Steigerung der Motivation und Förderung innovativer Ideen.
  3. Vermehrte Erstellung von Ranorex-Tests auch durch Entwicklung. Bereits umgesetzte Anpassungen, aber auch Fehlerbeseitigungen werden nach Umsetzung zukünftiger Sprints automatisch getestet und somit gewährleistet, dass diese durch neue Änderungen nicht überschrieben werden.
  4. Doppelt so lange Testphase: Noch gründlicheres Testen und Erstellung neuer Tests, mehr Zeit, um mögliche Fehlerquellen aufzudecken und direkt durch Tests abzudecken.
  5. Verlängerte Testphase bedeutet weniger Entwicklungszeit im Bereich Zeiterfassung und WebPortal, aber dadurch die Nutzung freier Ressourcen für Neuentwicklung und andere Projekte.

So sieht unser Codefreezing aus:

  1. An der Zeiterfassung und dem WebPortal finden keinerlei Änderungen statt. Der Code ist eingefroren. Dadurch sollen durch jahresendspurtmotivierte Fehlerquellen reduziert werden und der Druck aus dem Jahresendgeschäft genommen werden.
  2. Entwicklerressourcen werden auf Neuentwicklung, sowie von der Zeiterfassung und dem WebPortal unabhängige Projekte verlagert. Das Ziel? Motivation durch andere Aufgabengebiete und Förderung der Kreativität.

Unseren ersten Qualitätssprint hatten wir im Mai. Vier Wochen haben wir uns hier komplett unserer Softwarequalität gewidmet. Das Codefreezing wird voraussichtlich im Dezember – ebenfalls vier Wochen lang – stattfinden. Künftig wird es dann einmal im Jahr einen Qualitätssprint und etwa ein halbes Jahr später ein Codefreezing eingeschoben.

Fazit nach dem ersten Qualitätssprint

Nachdem wir unseren ersten Qualitätssprint mit Ranorex hinter uns haben, gibt es doch noch ein paar Stellen, die nachjustiert werden müssen. Wir lernen schließlich nie aus 😉 Während des Qualitätssprints wurden weitere Mitarbeiter in Ranorex geschult. Es mussten und müssen teilweise noch grundlegende Tests in Ranorex erstellt werden, die Grundfunktionalitäten und Anpassungen aus der Vergangenheit betreffen. Das kostet jetzt erst einmal mehr Zeit, welche durch die neu geschulten Kollegen/Innen kumuliert wird, um schnellstmöglich für Zeitersparnis im Testbereich zu sorgen. Außerdem erblickte unser „Baby“ das Licht der Welt. Den Qualitätssprint haben wir genutzt, um unser Redesign des WebPortals zum Release zu bringen. Und ich denke, das kann sich sehen lassen.

Auch wenn Träume nicht immer 100%ig erreichbar sind, so findet man doch immer einen Kompromiss, der uns unseren Träumen näherbringt und uns anspornt, gesetzte Ziele zu erreichen.

Bildquellen: Fabian Grohs, Taras Shypka, Caspar Camille Rubin

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