Musik am Arbeitsplatz – Konzentrationsbooster oder Produktivitätskiller?

Musik am Arbeitsplatz

Musik am Arbeitsplatz – Konzentrationsbooster oder Produktivitätskiller?

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ F. Nietzsche

Musik ist unser täglicher Begleiter und hat einen großen Stellenwert im Leben vieler Menschen. Ob Zuhause, im Auto, in Einkaufsläden, im Restaurant oder auf der Straße – Musik ist im Alltag fast immer dabei. Doch wie sieht es an unserem Arbeitsplatz aus? Können oder sollten wir sogar dort auf Musik verzichten? Stört sie uns und lenkt uns ab oder hilft sie uns dabei, unsere Arbeit noch besser durchzuführen?

Gepostet: 08. Juli 2019

Autor: Samanta Canales

Kategorie:  Human Resources

Lesezeit: 4 Minuten

Charles Darwin sagte einmal: „Wenn ich mein Leben nochmal leben könnte, ich würde eine Regel befolgen: mindestens einmal in der Woche gute Poesie lesen und gute Musik hören.“

Unser Morgen beginnt in den meisten Fällen bereits mit Musik. Nämlich dann, wenn unser Wecker am frühen Morgen klingelt und wir uns doch noch etwas mehr Schlaf gewünscht hätten. Anschließend geht es bei vielen im Bad weiter, indem dort direkt das Radio angeschalten wird. Spätestens aber wenn wir uns auf dem Weg zur Arbeit befinden und uns ins Auto setzen oder in die Bahn, kommen wir mit Musik in Berührung. Doch muss die Musik aufhören, sobald wir unser Büro betreten bzw. an unserem Arbeitsplatz ankommen? Müssen wir uns die Frage stellen: Soll ich während der Arbeit Musik hören oder es doch lieber sein lassen?

An vielen Arbeitsplätzen gehört Musik zur gewohnten Geräusch- und Klangkulisse dazu. Dadurch konzentriert sich kaum jemand wirklich auf die Musik – sie läuft im Hintergrund einfach nebenher. Aber wie wirkt sich Musik auf uns aus? Ist Musik am Arbeitsplatz überhaupt erlaubt? Welche Vor- und Nachteile gibt es, wenn Musik am Arbeitsplatz läuft? Worauf sollte man achten? Und wenn Musik, dann woher?

Musik am Arbeitsplatz

Die Wirkung von Musik

Hier gibt es kein allgemeines Rezept und auch keine allgemeingültige Aussage, da die Wirkung von Musik auf unser menschliches Verhalten immer ein Aspekt der Persönlichkeit ist. Es müssen die Umstände und Hintergründe einer Person betrachtet werden. Zudem spielt auch der Lautstärkenpegel eine große Rolle. Denn was für den einen die perfekte Lautstärke ist, kann für den anderen schon störend wirken.

Stimmen die Rahmenbedingungen, so kann Musik entspannen, glücklich machen und auch die Konzentrationsfähigkeit erhöhen. Musik beeinflusst unsere Gefühle, weswegen je nach Stimmung des Liedes unsere Grundstimmung von freudig bis hin zu traurig schwanken kann. Daher kommt es auf die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt an.

Studien zeigen, dass unterschiedliche Musikgenres bei unterschiedlichen Aufgaben förderlich sein können. So wird die klassische Musik bei der Bewältigung von mathematischen Aufgaben angeführt, Pop-Musik eher bei schnellen und genauen Arbeiten.

Wissenschaftler empfehlen Lieder mit 56-64 Schlägen pro Minute zu hören, weil diese dem Herzschlag eines Menschen im Ruhe- bzw. Entspannungsmodus am nächsten kommen.

Musik am Arbeitsplatz – ist das überhaupt erlaubt?

Auch hier kann man sich nicht klar für ein Ja oder Nein aussprechen. Gemäß einem Urteil vom Bundesarbeitsgericht (Az. 1 ABR 75/83) ist Musik erlaubt, solange die Arbeit durch sie nicht beeinträchtigt ist. Der Arbeitgeber kann sich somit für oder gegen Musik aussprechen. Erledigt ein Arbeitnehmer mit Musik auf den Ohren seine Arbeit gewissenhaft und ordnungsgemäß, so spricht nichts dagegen.

Wichtig ist, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Beispielsweise erlaubt nicht jeder Arbeitsplatz Musik aus Sicherheitsgründen. So kann es etwa in der Produktion Bereiche geben, bei denen es sogar gefährlich werden könnte, Musik zu hören, da mögliche Warnsignale überhört und Gefahren nicht rechtzeitig erkannt werden.

Musik am Arbeitsplatz

Vor- und Nachteile von Musik am Arbeitsplatz

Vorteile von Musik am Arbeitsplatz:

Musik….

  • entspannt und macht uns ausgeglichener
  • macht uns glücklich und hebt unsere Stimmung
  • blendet störende Hintergrundgeräusche aus (beispielsweise die Baustelle im Gebäude nebenan, das Fax-Gerät, den Drucker, das Telefon)
  • verbessert unser räumliches Vorstellungsvermögen
  • steigert unsere Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • heilt, da das Stress-Hormon Cortisol abgebaut wird und stärkt unser Immunsystem
    • Kleiner Tipp am Rande: Dieser Effekt ist wohl am stärksten, wenn man mit dem Fuß dazu wippt – somit körperlich involviert ist. Probieren Sie es aus!
  • macht uns lernfähiger – Positiv empfundene Musik lässt uns Dinge besser miteinander verknüpfen
  • lässt uns die Zeit vergessen
  • hilft dabei gegen Schläfrigkeit (z.B. bei Nachtschichten) anzukämpfen
  • motiviert – wer sucht denn nicht schon mal am Montagmorgen oder an Tagen mit schlechtem Wetter nach seiner Motivation?

Nachteile von Musik am Arbeitsplatz:

Musik…

  • stört die Konzentration, sofern es die falsche Musik ist oder diese zu laut eingestellt ist
  • kann kontraproduktiv sein, wenn ein ständiger Stilmix durch die Räume schallt
  • kann ablenken, wenn man sich zu sehr auf die Musik und deren Text fokussiert
  • kann nerven, wenn man Musik hören muss, die einem nicht gefällt

Musik am Arbeitsplatz – woher?

Sie wollen Musik in Ihren Arbeitsalltag integrieren – aber wo bekommen Sie nun die passenden Klänge? Oder aber Sie möchten einmal etwas Neues ausprobieren statt immer auf dieselbe Playlist zurückzugreifen und sind auf der Suche nach Inspiration?

Ganz klassisch können Sie bei der Musik am Arbeitsplatz natürlich auf das gute alte Radio zurückgreifen. Dieses kann ebenfalls online gestreamt werden. Heute häufig zum Einsatz kommt darüber hinaus Spotify. Der digitale Musikdienst ermöglicht laut eigenen Angaben „Zugriff auf Millionen von Songs“.

Gibt es auch noch andere Möglichkeiten? Aber natürlich! Über folgende Anbieter finden Sie etwas „andere“ Musik für den Arbeitsplatz. Von Regen, Wind oder Meeresrauschen bei Noisli bis hin zu Café-Kulisse von Coffitivity:

Probieren Sie sich aus und bleiben Sie neugierig – es finden sich sicher die passenden Geräusche und Klänge für Ihre persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse.

Musik am Arbeitsplatz

Fazit: Musik am Arbeitsplatz – Störfaktor oder Wunderwaffe?

Sicherlich können Vorteile zu Nachteilen werden oder andersrum sowie weitere Aspekte angeführt werden. Dennoch kann gesagt werden, dass Musikhören am Arbeitsplatz für viele funktioniert und sich auch positiv auf das Arbeitsumfeld und die Arbeitstätigkeit auswirken kann.

Wichtig ist, dass bei so vielen verschiedenen Musik-Genres und Persönlichkeiten, eine gemeinsame Ebene gefunden wird, die für alle in Ordnung geht, sollte man sich für Musik am Arbeitsplatz entscheiden. Besonders wenn diese durch ein Großraumbüro oder eine Produktionsanlage schallen soll.

Aber wie heißt es so schön: „Probieren geht über studieren“. Probieren Sie es an ihrem Arbeitsplatz aus und lassen Sie sich von den Ergebnissen überraschen.

Wie sieht es bei Ihnen am Arbeitsplatz aus? Hören Sie bei der Arbeit Musik? Wenn ja welche? Haben Sie Tipps und Anregungen für uns? Wir sind auf Ihr Feedback gespannt!

Bildquellen: Eric Nopanen, Blaz Photo, Claudia Mañas, Michael Mroczek

Sie wollen keinen Blogbeitrag mehr verpassen?

Zur Newsletteranmeldung
Titel Whitepaper HR Trends

HR-Trends: Was bewegt das Personalmanagement 2019?

Wir haben auf 32 Seiten die HR-Trends 2019 für Sie zusammengestellt – angefangen bei der digitalen Transformation, über neue Arbeitsmodelle bis hin zu Gamifying HR-Management. Aktuelle Buzzwords und Entwicklungen werden in unserem Whitepaper verständlich erklärt und Tipps für die Umsetzung erleichtern die Einführung in Ihrem Unternehmen!

Zum Whitepaper
2019-07-08T13:55:28+02:00

Möchten Sie uns dazu etwas sagen?